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Exponate:

Arno Breker, 60 Bilder, Einleitung Hans Grothe, Fotos Charlotte Rohrbach, Kanter-Verlag Königsberg 1943
Elf Meter hoch sollte die Monumentalskulptur „Bereitschaft“ werden, die Breker 1939 als Bekrönung des 45 Meter hohen Mussolini-Denkmals entwarf. Es war für den Adolf-Hitler-Platz (heute Theodor-Heuss-Platz) an der Ost-West-Achse Berlins bestimmt. Mit der Umgestaltung Berlins war noch nicht begonnen worden, während Breker schon an den Skulpturen arbeitete.
„Niemals wäre ich im Stande, diese Welt der selbstsicheren Kraft, der völlig entspannten Beherrschung, die, wie ich glaube, in meinen Arbeiten unmissverständlich zum Ausdruck kommt, zu schaffen, wenn ich nicht von dem besessenen Glauben erfüllt wäre, das Deutschland ewig ist und einer großen Zukunft entgegen geht.“ (Arno Breker, 1943)

Die Kunst im Deutschen Reich, Hrg. vom Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP, Zentralverlag der NSDAP, München April 1940.
Der Autor Werner Rittich stellt die Figuren Brekers in den Kontext des aktuellen Kriegsgeschehens. Sie seien die „eindringliche Gestaltung des Wehrwillens schlechthin“, die „geistige Haltung des ganzen Volkes in der spannungsgeladenen Zeit vor dem Polenfeldzug.“

Die Kunst im Deutschen Reich, Hrg. vom Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP, Zentralverlag der NSDAP, München, August/September 1940.
Das Relief „Kameradschaft“ war als eines von 10 Motiven eines 240 Meter langen Frieses an der geplanten Nord-Süd-Achse in Berlin konzipiert.
In ihnen werde „heroischer Wille und Opferbereitschaft“ gestaltet, sie entstünden „aus unmittelbaren Käpferischen Geschehen unseres Zeitalters“, und umfassen „alle Schicksalskämpfe, in denen nordisches oder germanisches Blut um den Bestand des Abendlandes kämpfte“. (Werner Rittich)

Die Kunst im Deutschen Reich, Hrg. vom Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP, Zentralverlag der NSDAP, München, Juli 1940.
Der Führer und oberste Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler war zugleich oberster Künstler, größter Mäzen, Sammler und Auftraggeber des nationalsozialsozialistischen Kunstbetriebs.
Im Staatsatelier hatte Breker eine Massenfabrikation von Hitlerbüsten. Nach dem Krieg wurden sie zu hunderten in dem an das Grundstück angrenzenden Teich gefunden, wohin sie die amerikanischen Dienststelle, die in das Atelier eingezogen war, geworfen hatte.

Die Kunst im Deutschen Reich, Hrg. vom Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP, Zentralverlag der NSDAP, München, Januar 1942.
Die wichtigste Kunstzeitschrift des Nationalsozialismus erschien von 1939 bis 1944. Albert Speer war ständiges beratendes Mitglied des künstlerischen Beirats. In fast jeder Ausgabe ist Breker prominent vertreten.
Die Autoren propagierten eine ewige, deutsche, volksnahe Kunst. Kunstwerke sollten die Überlegenheit des „arischen Herrenvolkes“, das Gesunde und Schöne, das Starke und Kampfbereite verkörpern. Prototypisch dafür waren die Werke Brekers, sie „versinnbildlichen in ihrer straffen Form die soldatische Diszipliniertheit unserer Zeit“.

Die Kunst im Deutschen Reich, Hrg. vom Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP, Zentralverlag der NSDAP, München, August/September 1940.
Das Staatsatelier für Josef Thorak bei München, eine von Albert Speer entworfene „Weihehalle der Kunst“ war Vorbild für das Staatsatelier für Arno Breker in Berlin. Anfang 1942 wurde es Breker „zur Ausführung von künstlerischen Aufträgen im Rahmen der Neugestaltung der Reichshauptstadt unentgeltlich überlassen“. Technisch war alles auf dem neustem Stand. Die Innenausstattunglieferte eine eindrucksvolle Kulisse für Empfänge und Filmaufnahmen. Die beiden Atelierhäuser sind heute die einzigen erhaltenen repräsentativen Atelierbauten der NS-Architektur.

Deutsche Plastik unserer Zeit, Kurt Lothar Tank, Hrg. von Ministerialrat Wilfried Bade, Leiter der Abteilung ZP. der Presseabteilung der Reichsregierung, Geleitwort Albert Speer, Raumbild-Verlag Otto Schönstein K.G. München 1942.
Die Günstlinge Hitlers, Albert Speer und Arno Breker, verband eine Freundschaft, die sich für Breker auszahlte. Er erhielt vom Generalbauinspektor (GBI) Speer Aufträge in Millionenhöhe. Bis Kriegsende hatte Breker von zugesagten 27,4 Millionen Reichsmark Honorar, 9,1 Millionen erhalten – eine Summe von heute umgerechnet über 100 Millionen Euro.

100 Deutsche Mark Geldstrafe, die Arno Breker 1948 als „Mitläufer“ entrichtete.
Nach dem Krieg mussten die meisten Deutschen sich einem Entnazifizierungsverfahren stellen. Es gab fünf Kategorien: 1.Hauptschuldige (Kriegsverbrecher), 2. Belastete (Aktivisten, Militaristen, Nutznießer), 3. Minderbelastete, 4. Mitläufer, 5. Entlastete.
Dem Spruchkammergericht in Donauwörth, verantwortlich für Brekers Prozess, lagen die Akten zu seiner Rolle im NS_Staat nicht vor. 1937 der NSDAP beigetreten und von Hitler mit dem goldenen Parteiabzeichen ausgezeichnet, übte er Einfluss als Reichskultursenator und Vizepräsident der Reichskammer für bildende Künste aus. Breker war Spitzenverdiener, erhielt Dotationen von Hitler und bereicherte sich an jüdischem Eigentum.

Bereitschaft, Sonderschrift des Oberkommando der Wehrmacht, Abteilung Inland, Volk und Reich Verlag, Berlin 1942. Abbildungen Arno Breker, Gedichte Helmut Dietlof Reiche.
Die Broschüre mit der Widmung „Dem deutschen Soldaten“ trugen die Soldaten 1942 beim Vormarsch in der Ukraine bei sich. Brekers Männerakte und die kriegsverherrlichenden Gedichte Reiches begleiteten sie im Vernichtungsfeldzug gegen die Völker im Osten, gegen die „slawischen Untermenschen“.
Breker selbst war von Hitler auf die „Gottbegnadeten-Liste“ der unersetzlichen Künstler aufgenommen worden und damit vom Kriegsdienst befreit.

Die Kunst im Deutschen Reich, Hrg. vom Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP, Zentralverlag der NSDAP, München, September 1939.
Arno Breker zum Bau der neuen Reichskanzlei: „Ein machtvoller Anfang, ein großer Maßstab, ein überwältigendes Resultat beweist, dass sich der besessene Wille, das nationalsozialistische Deutschland in arteigenen Kulturschöpfungen zu verewigen, in grandioser Weise realisiert. Mit elementarer Wucht entwickelt sich der Weg von der Vorstellung zur Form. Die Ereignisse brechen sich mit der Vehemenz eines wolkenlos strahlenden Sonnenaufgangs Bahn.“
Im Interview mit André Müller 1979 leugnet Breker seine Autorschaft: „Das habe ich nicht geschrieben… So schwülstig habe ich nie geredet.“

Die Kunst im Deutschen Reich, Hrg. vom Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP, Zentralverlag der NSDAP, München, Juli 1940.
Der Führer und oberste Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler war zugleich oberster Künstler-Kurator, größter Mäzen, Sammler und Auftraggeber des nationalsozialistischen Kunstbetriebs.
Im Staatsatelier hatte Breker eine Massenfabrikation von Hitlerbüsten. Nach dem Krieg wurden sie zu hunderten in dem an das Grundstück angrenzenden Teich gefunden, wohin sie die ameikanische Dienststelle, die in das Atelier eingezogen war, geworfen hatte.