Performance

Kunst spielte für das Selbstverständnis des Dritten Reichs eine heute kaum noch vorstellbare zentrale politische Rolle. Die NS-Elite war kunstbesessen. Ihre zentralen Führerfiguren hatten zum Teil selbst künstlerische Ambitionen und kannten die prekäre Lage der Künstler aus eigener Erfahrung. Daher wurde von Staats wegen viel investiert, um die Situation der Künstler zu verbessern. Nicht aber ein idealer Kunststaat entstand. Nicht die individuelle künstlerische Freiheit, sondern die Bereitschaft zur Auftragserfüllung wurde Programm. Die Kunstdiktatur basierte auf Richtlinien über deren Einhaltung die NS-Behörden wachten. Ausschluss, Vertreibung, Terror, Mord und Zerstörung waren die Kehrseite der proklamierten ewigen Schönheit, Geisteskraft und Willensstärke.
Dem Sprechen über Kunst in der NS-Diktatur kommt eine Schlüsselbedeutung zu. Mit der Sichtung von Quellentexten und Dokumenten über Kunst unternehmen wir eine Reise in den Sprachraum des Dritten Reichs.

18.09. 16:00 Die Eröffnung
„Wir werden von jetzt ab einen unerbittlichen Säuberungskrieg führen gegen die letzten Elemente unserer Kulturzersetzung.“ (Adolf Hitler)
Verena Lercher spricht Auszüge aus der Rede Adolf Hitlers zur Eröffnung des Haus der Deutschen Kunst und der ersten Großen Deutschen Kunstausstellung am 18. Juli 1937 in München
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19.09. 16:00 Der Staatskünstler
„Wie Sie wissen, wird meine Arbeit nur von Kräften der Gegenwart gespeist. Unsere Epoche, die im Schönen und im Schweren einmal weithin leuchtender Höhepunkt sein wird, muss auch Kunstwerke hinterlassen, die einer späteren Zeit Schlüssel zu unserem Seelenleben sind.“ (Arno Breker)
Verena Lercher spricht Texte von und über Arno Breker.
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20.09. 16:00 Das Interview
Ich weiß gar nicht, warum ein Künstler, wenn er einen Auftrag bekommt, etwas Politisches sein muss.“ (Arno Breker)
1979 interviewte André Müller Arno Breker. Diesem Interview entnahmen wir den Titel „Das Monumentale ist meine Krankheit.“
Rudi Widerhofer spricht Arno Breker.
Rudi WiderhoferElena Trantow spricht André Müller.
Elena Trantow

21.09. 16:00 Das Staatsatelier
„Meine Künstler sollen leben wie die Fürsten und nicht in Dachkammern hausen.“ (Adolf Hitler)
Verena Lercher spricht Texte zum Staatsatelier Arno Breker und zur Baukunst.
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22.09. 16:00 Die Kunsthistoriker
„In einer Fülle vorzüglicher Werke der Malerei, Plastik und Graphik dokumentiert die deutsche Kunst denselben Einsatz- und Leistungswillen, den der deutsche Soldat und das schaffende deutsche Volk beweisen.“ (Hans Kiener)
Verena Lercher spricht Texte von führenden Kunsthistorikern des Dritten Reichs.
Der Ideologe, die Kunsthistoriker

23.09. 16:00 Der Propagandist
„Es ist nicht wahr, dass der Künstler unpolitisch sei, denn politisch sein heißt nichts anderes, als mit Verstand der Öffentlichkeit zu dienen. Und wenn einer, dann tut der Künstler das.“ (Joseph Goebbels)
Verena Lercher spricht Auszüge aus der Rede Joseph Goebbels zur Eröffnung der Reichskulturkammer in Berlin am 15.11.1933.
Verena Lercher spricht Joseph Goebbels

24.09. 16:00 Der Ideologe, die Kunsthistoriker
„Soll man die Symbole bezeichnen, die in der Mehrzahl der Bilder und Plastiken unserer Tage zum Ausdruck kommen, so sind dies der Idiot, die Dirne und die Hängebrust.“ (Paul Schultze-Naumburg)
Verena Lercher spricht Texte von führenden Ideologen und Kunsthistorikern des Dritten Reichs.
Ideologen und Kunsthistoriker

25.09. 16:00 fällt wegen Regen aus
Regentag

26.09. 16:00 Der Auftraggeber
Die Kunst ist eine erhabene und zum Fanatismus verpflichtende Mission.“ (Adolf Hitler)
Verena Lercher spricht Auszüge aus Reden von Adolf Hitler.
Verena Lercher spricht Adolf Hitler

27.09. 16:00 Das Interview
Getrauert habe ich mächtig.“ (Arno Breker)
1979 interviewte der österreichische Journalist André Müller Arno Breker.
Rudi Widerhofer spricht Arno Breker.
Elena Trantow spricht André Müller.
Trantow und Widerhofer
Der Staatskünstler
„Ein neuer deutscher Stil bahnt sich zielsicher seinen Weg, gewachsen aus gemeinsamem, starken Glauben. Klarheit und Größe und natürliche Schönheit sind seine stärksten Ausdrucksmittel. Der Schöpfer vieler kraftvoller Werke: Arno Breker.“
Verena Lercher spricht Texte von und über Arno Breker.
Verena Lercher

28.09. 16:00 Der Propagandist
„Es ist eine Art von stählerner Romantik, die das deutsche Leben wieder lebenswert gemacht hat. Nur ein künstlerisches und kulturelles Bestreben, das sich von ihr willig und widerstandslos erfüllen lässt, wird von Dauer sein und die Zukunft gewinnen.“ (Joseph Goebbels)
Verena Lercher spricht Auszüge aus der Rede Joseph Goebbels zur Eröffnung der Reichskulturkammer in Berlin am 15.11.1933.
Verena Lercher spricht Joseph Goebbels

29.09. 16:00 Das Staatsatelier
Mit dem Anbruch eines neuen monumentalen Stils rückt auch die Werkstatt der Künstler aus der Zone beschränkter Zweckhaftigkeit in den Bereich der Baukunst.“ (Lauter)
Verena Lercher spricht Texte zum Staatsatelier Arno Breker und zur Baukunst.
zum Staatsatelier

30.09. 16:00 Der Auftraggeber
Die Kunst ist keine Erscheinung des menschlichen Lebens, die nach Bedarf gerufen und nach Bedarf entlassen oder pensioniert werden kann.“ (Adolf Hitler)
Verena Lercher spricht Auszüge aus Reden von Adolf Hitler.
Verena Lercher spricht Adolf Hitler

01.10. 16:00 Der Ideologe, die Kunsthistoriker
„Die Kunst soll das »Auslesevorbild« des nordischen Menschen gestalten.“ (Alfred Rosenberg)
Verena Lercher spricht Texte von führenden Ideologen und Kunsthistorikern des Dritten Reichs.
Ideologen und Kunsthistoriker

02.10. 16:00 Der Propagandist
„Wir wollen einen deutschen Künstlertyp züchten, der bewusst und offen, mit Stolz und Eigenart den Aufgaben dient, die die Zeit uns gegeben hat.“ (Joseph Goebbels)
Verena Lercher spricht Auszüge aus der Rede Joseph Goebbels zur Eröffnung der Reichskulturkammer in Berlin am 15.11.1933.
Der Propagandist